Claude wechselt seine Persönlichkeit je nach Sprache

Ein Engländer, Deutscher und Araber

GPT-Images-2.0

Kurzfassung

Quellen

Anthropic hat das Verhalten seiner Claude-Modelle auf vier zentralen Charakter-Achsen systematisch analysiert.
Je nach gewählter Version fallen Antworten deutlich anders aus, wobei Opus 4.7 strenger und Sonnet 4.6 freundlicher reagiert.
Die genutzte Sprache entscheidet massiv darüber, ob die KI sachlich kritisiert, Fehler zugibt oder emotional lobt.
Das Unternehmen untersucht nun, ob diese stark schwankenden Verhaltensweisen durch kulturelle Normen in den Trainingsdaten gewollt sind.

Anthropic: Claude’s values across models and languages

Anthropic hat detailliert gemessen, wie sich das Verhalten von Claude je nach Modellversion und Sprache unterscheidet. Opus 4.7 antwortet auf subjektive Fragen streng und vorsichtig, während Sonnet 4.6 den Nutzer ermutigt. Auch die gewählte Sprache entscheidet stark darüber, wie das Modell Kritik äußert oder Fehler zugibt. Vier Achsen für 3000 Verhaltensweisen Um diese Unterschiede messbar zu machen, hat Anthropic rund 310.000 anonymisierte Konversationen aus Claude ausgewertet. Dabei verdichteten die Entwickler über 3000 identifizierte Verhaltensweisen auf vier zentrale Skalen. Diese Achsen messen das Verhältnis von Unterordnung zu Vorsicht, emotionaler Wärme zu inhaltlicher Strenge, inhaltlicher Tiefe zu reiner Kürze sowie Offenheit gegenüber purer Ausführung. Fällt ein Modell auf einer Seite der Skala ins Extrem, vernachlässigt es meist die gegenüberliegenden Eigenschaften. + Quelle: Anthropic Opus 4.7 korrigiert, Sonnet 4.6 tröstet Die Auswertung bestätigt den Eindruck vieler Nutzer, dass die einzelnen Modellversionen voneinander abweichende Persönlichkeiten besitzen. Sonnet 4.6 lehnt sich stark in Richtung Unterordnung und emotionale Wärme. Es nutzt häufig Humor, bestätigt die Ideen des Nutzers und wertet nicht. Opus 4.7 agiert auf der Gegenseite deutlich kritischer und tiefergehend. Es hinterfragt Annahmen, warnt ungefragt vor Risiken und legt die eigenen Grenzen offen. Wer einen Text zur Korrektur übergibt, erhält von Opus 4.7 also tiefschürfende, sachliche Kritik. Sonnet 4.6 spendet dagegen eher Zuspruch. Opus 4.6 positioniert sich bei vielen Werten dazwischen, fokussiert sich aber auf kurze Antworten und kommt am schnellsten auf den Punkt. + Quelle: Anthropic Die Sprache diktiert das Feedback Deutliche Abweichungen treten auf, wenn Nutzer die Sprache wechseln. Anthropic verglich dafür Konversationen in den 20 am häufigsten genutzten Sprachen. Die Daten zeigen nun klare Eigenheiten für deutsche Nutzer. Auf Deutsch kommuniziert Claude auffällig streng und sachlich. Das Modell kommt direkt auf den Punkt, rät oft zu professioneller Hilfe und benennt eigene Unsicherheiten offen. Wer auf Englisch schreibt, erlebt ein Modell, das falsche Annahmen mit Fakten korrigiert. Auf Arabisch oder Hindi reagiert es dagegen spürbar wärmer, höflicher und passt sich dem emotionalen Zustand des Nutzers an. Auch bei anderen Sprachen ändert sich der Charakter. Auf Italienisch formuliert Claude sehr präzise und formell. Auf Koreanisch spiegelt es stattdessen den Tonfall des Nutzers und antwortet humorvoll. + + Quelle: Anthropic Unterschiedliche Bewertungen desselben Textes Diese Abweichungen haben konkrete Folgen für den Arbeitsalltag. Zwei Personen, die exakt denselben Geschäftsplan von Claude bewerten lassen, erhalten allein wegen der gewählten Sprache einen völlig anderen Eindruck von der Qualität ihrer Arbeit. Anthropic weiß noch nicht genau, welche Eigenschaften der Trainingsdaten diese Schwankungen verursachen. Möglich ist, dass bestimmte Sprachen in professionellen Datensätzen überrepräsentiert sind oder spezifische kulturelle Normen das Verhalten von Claude steuern. Die Entwickler prüfen nun, wie viel dieser sprachlichen Variation nützlich ist und die Erwartungen der Nutzer trifft. Anschließend muss entschieden werden, wo künftig durch Anpassungen im Training eingegriffen wird. Anzeige

TRAUMWELT.exe ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein Blick durch den Spalt einer Tür, die sich längst geöffnet hat – in eine Welt, in der Maschinen träumen, Städte flüstern und Ethik verhandelbar geworden ist. Eine Sammlung visionärer Geschichten, die an der Schwelle zwischen Fiktion und Realität tanzen – so plausibel erzählt, dass du dich unweigerlich fragst: Ist das noch Zukunft oder schon Gegenwart?

Leser:innen sagen:

„Wie Black Mirror, nur philosophischer und näher an der Wirklichkeit.“, Lisa M.
„Jede Geschichte ist ein Gedankensprung in eine andere Zukunft.“, Stefan K.
„Beunruhigend schön. Eine literarische Simulation unserer nahen Zukunft.“, Albert B.