Schlagwort: Strom

  • Kommentar: Das Märchen vom unendlichen Atomstrom für KI

    Ein Atomkraftwerk in Frankreich mit Macron

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    Kurzfassung

    Quellen

    Frankreich lockt Betreiber von KI-Rechenzentren mit angeblich riesigen Mengen an verlässlichem Atomstrom.
    Die aktuellen Hitzewellen zeigen jedoch, dass alternde Reaktoren bei zu warmen Flüssen massiv gedrosselt werden müssen.
    Da KI-Modelle keine Sommerpause kennen, ist der Bau von Rechenzentren im kühleren Norden Europas deutlich sinnvoller.
    Langfristig können nur erneuerbare Energien wie Solar und Windkraft den rasant steigenden Energiebedarf schnell genug decken.

    Golem: KI-Rechenzentren – Frankreich bietet Atomstrom an, den es nicht hat
    Le Monde: Heatwave forces power plant shutdowns across Europe, putting electricity grid under strain

    Frankreichs Präsident Macron wirbt mit Kernkraft um milliardenschwere KI-Rechenzentren. Doch wer auf alternde Reaktoren in Zeiten von Hitzewellen setzt, rechnet sich die Realität schön. Europas KI-Zukunft liegt woanders. Wenn Macron den Betreibern von Rechenzentren den roten Teppich ausrollt, hat er ein simples Verkaufsargument im Gepäck. Frankreich, so der Präsident, habe reichlich Atomstrom. Das Land exportierte zuletzt über 90 Terawattstunden Strom im Jahr. Einen Teil davon könne man problemlos in neue KI-Serverfarmen leiten. Doch eine Jahresbilanz ist noch lange keine Garantie für Strom rund um die Uhr. Atomkraft im Sommer Die Realität dieses Sommers zeigt, wie löchrig dieses Versprechen ist. Anfang August mussten in Frankreich drei Atomreaktoren abgeschaltet werden. Drei weitere wurden gedrosselt. Schuld waren niedrige Flusspegel und zu warmes Kühlwasser. Dieses Problem betrifft nicht nur Frankreich. In Ungarn entging das Kernkraftwerk Paks nur knapp der vollständigen Abschaltung. Zeitweise lief nur noch eine Turbine mit rund 240 Megawatt. Das entspricht gerade einmal etwa zwölf Prozent der normalen Gesamtleistung. Der Wasserstand der Donau war historisch niedrig. Wenn das die beworbene Basis für den Dauerbetrieb künstlicher Intelligenz sein soll, steht die Branche vor einem ziemlich einfachen physikalischen Problem. Atomkraft braucht Wasser. Macrons Verweis auf hohe jährliche Exportüberschüsse ist deshalb nur die halbe Wahrheit. Frankreich kann heute viel Strom exportieren. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Strom jederzeit und zusätzlich für gewaltige neue Verbraucher bereitsteht. KI-Rechenzentren ignorieren Jahreszeiten. Sie benötigen permanent enorme Mengen an Energie. Ein Betreiber kann seine Server nicht einfach herunterfahren, nur weil die Mosel im Hochsommer Niedrigwasser führt. Natürlich steht Frankreich deshalb nicht plötzlich ohne Strom da. Selbst während der aktuellen Abschaltungen exportiert das Land weiterhin Elektrizität. Doch genau das ist nicht der Punkt. Die geplanten KI-Rechenzentren sind in diesem Verbrauch noch gar nicht enthalten. Wer den heutigen Exportüberschuss wie ein Guthaben behandelt, das nur darauf wartet, von OpenAI, Microsoft oder Google verbraucht zu werden, macht es sich sehr einfach. Gleichzeitig verlässt sich Frankreich auf einen Kraftwerkspark, dessen Reaktoren im Schnitt rund 40 Jahre alt sind. Hitze, Wartung und technische Probleme werden dadurch nicht verschwinden. Anzeige Alternative zu Atomkraftwerken Wer nun hofft, den zusätzlichen Energiehunger einfach mit neuen Atomkraftwerken zu stillen, hat den Kalender nicht verstanden. Ein neues AKW in Europa zu planen und ans Netz zu bringen, dauert viele Jahre. Frankreich selbst plant den ersten neuen EPR2 derzeit für 2038. In der Realität kann es aber auch gut mal 20 Jahre dauern oder noch länger. Die Technologiebranche skaliert ihre Rechenzentren aber jetzt. Nvidia verkauft die Chips jetzt. OpenAI, Google, Microsoft und Meta bauen ihre Infrastruktur jetzt. Europa versucht jetzt, bei künstlicher Intelligenz nicht völlig den Anschluss zu verlieren. Ein Reaktor, der 2038 Strom liefert, hilft einem Rechenzentrum herzlich wenig, das 2028 ans Netz gehen soll. Es ergibt keinen Sinn, für einen extrem schnellen Sektor auf eine der langsamsten Energieformen überhaupt zu setzen. Wer in den nächsten Jahren zusätzliche Strommengen für Rechenzentren schaffen will, kommt an Solar- und Windenergie nicht vorbei. Diese Anlagen lassen sich wesentlich schneller bauen. Natürlich lösen Windräder und Solaranlagen das Problem nicht alleine. Dazu braucht es Batteriespeicher, leistungsfähige Stromtrassen, Wasserkraft, bestehende Kraftwerke und einen europäischen Strommarkt. Aber all das lässt sich schneller erweitern als ein neues Atomkraftwerk. Ab in den Norden Das erfordert allerdings auch eine geografische Korrektur. Rechenzentren produzieren selbst gewaltige Mengen an Abwärme. Es ist widersinnig, neue Serverfarmen ausgerechnet dort zu konzentrieren, wo im Sommer bereits das Kühlwasser für Kraftwerke knapp wird. Die logischere Heimat für große Teile der europäischen KI-Infrastruktur liegt im Norden. Norddeutschland und Skandinavien bieten kühles Klima, viel Windenergie, teilweise enorme Wasserkraftressourcen und Platz für neue Infrastruktur. KI mag es kalt. Frankreich verfügt ohne Zweifel über viel Atomstrom. Das Land wird damit auch weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten. Doch die Vorstellung, der heutige französische Stromüberschuss sei eine praktisch unbegrenzte Energiereserve für Europas KI-Boom, bleibt ein Märchen.

  • KI-Rechenzentren könnten bald so viel Strom verbrauchen wie ein Drittel aller US-Haushalte

    Laut Barclays sollen KI-Rechenzentren großer Tech-Konzerne wie OpenAI, Meta und Amazon bis zu 46 Gigawatt Leistung benötigen. Das sei genug Strom für rund 44 Millionen US-Haushalte – oder etwa ein Drittel aller US-Haushalte.

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  • Google enthüllt die wahre Umweltbilanz seiner KI

    Eine Google Suche verbraucht 69 Watt

    Google enthüllt die wahre Umweltbilanz seiner KI Ein Prompt in Gemini verbraucht Strom, Wasser und CO₂. Doch was bedeutet das bei Milliarden Anfragen täglich wirklich? Kurzfassung | Andreas Becker, 22.08.25
    gpt-image-1 | All-AI.de EINLEITUNG Ein einzelner Textprompt in Googles Gemini-Apps verbraucht weniger Strom als neun Sekunden Fernsehen und kostet rund fünf Tropfen Wasser. Was nach wenig klingt, bekommt durch Milliarden Anfragen plötzlich Gewicht. Jetzt hat Google erstmals Zahlen zum Energie-, Wasser- und CO₂-Verbrauch von KI-Anfragen veröffentlicht – und ruft die Branche zu mehr Transparenz auf. NEWS So viel verbraucht ein KI-Prompt Laut Google liegt der durchschnittliche Stromverbrauch eines Textprompts bei 0,24 Wattstunden. Das entspricht etwa dem Energiebedarf eines modernen Fernsehers in neun Sekunden. Der Wasserverbrauch liegt bei 0,26 Millilitern – in etwa fünf Tropfen. Der CO₂-Ausstoß pro Prompt wird mit 0,03 Gramm angegeben. Multipliziert mit Millionen Anfragen pro Tag, summieren sich diese Werte schnell auf nennenswerte Mengen. Google hebt hervor, dass die Effizienz in kurzer Zeit stark gestiegen sei. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Energieverbrauch pro Prompt um das 33-Fache gesunken, die Emissionen sogar um das 44-Fache. Möglich wurde das durch Software-Optimierungen, besser ausgelastete Chips und einen höheren Anteil erneuerbarer Energien in den Rechenzentren. + Quelle: Google Was zählt – und was nicht Die Analyse bezieht sich ausschließlich auf Textprompts innerhalb der Gemini-Apps. Bildausgaben, Audio oder das Training großer Modelle bleiben außen vor. Berücksichtigt wurden neben den KI-Beschleunigern auch Host-Prozessoren, Arbeitsspeicher und der allgemeine Energiebedarf des Rechenzentrums wie Kühlung und Strominfrastruktur. Nicht mit eingerechnet wurden jedoch Faktoren wie der Stromverbrauch auf Nutzerseite, Datenübertragungen im Netz oder der indirekte Wasserverbrauch durch Stromerzeugung. Auch die CO₂-Werte basieren auf einer marktbasierten Methode, die den Anteil erneuerbarer Energien in Googles Einkaufsstrategie berücksichtigt – nicht aber den tatsächlichen lokalen Strommix. Der Ruf nach Standards Ein Hauptziel der Veröffentlichung ist laut Google mehr Vergleichbarkeit. Momentan nutzt jeder Anbieter eigene Annahmen und Messgrenzen. Das erschwert die Bewertung, wie effizient ein System wirklich arbeitet. Google fordert deshalb eine einheitliche Branchenmethodik, bei der klar definiert ist, welche Komponenten in die Rechnung einfließen – vom Prompt bis zur Infrastruktur. In der Praxis bleibt vieles schwer messbar. KI-Anfragen sind in ihrer Komplexität sehr unterschiedlich. Ein „Median-Prompt“ ist keine feste Größe, sondern ein statistischer Durchschnitt – was genau darunterfällt, bleibt vage. Trotzdem liefert Googles Veröffentlichung einen wichtigen Anstoß: Wenn KI wirklich effizienter werden soll, braucht es nicht nur bessere Hardware, sondern auch ehrliche Zahlen. DEIN VORTEIL – DEINE HILFE Kostenlose News und Tutorials – mit minimaler Werbung und maximalem Mehrwert. Damit das so bleibt und wir uns stetig verbessern können, freuen wir uns über deine Unterstützung. Teile diesen Beitrag Folge uns auf Social Media Keine KI-News mehr verpassen und direkt kommentieren! Mastodon X Bluesky Facebook LinkedIn Youtube Unterstütze uns direkt Mit einer YouTube-Mitgliedschaft (ab 0,99 €) oder einmalig über PayPal. So helft ihr uns, unabhängig neue Tools zu testen und noch mehr Tutorials für euch zu erstellen. Vielen Dank für euren Support! Youtube – Kanal PayPal – Kaffee KURZFASSUNG
    Google hat erstmals die Umweltbilanz seiner Gemini-KI veröffentlicht und Daten zu Strom-, Wasser- und CO₂-Verbrauch offengelegt.
    Ein Textprompt verbraucht im Schnitt 0,24 Wh, 0,26 ml Wasser und 0,03 g CO₂.
    Im Vergleich zum Vorjahr hat Google die Effizienz stark verbessert, dank Software-Optimierungen und erneuerbarer Energie.
    Das Unternehmen ruft die Branche zu einheitlichen Standards und mehr Transparenz bei der Berechnung auf.
    QUELLEN
    Axios
    CBS News
    The Verge
    Data Center Dynamics
    Google Keyword Blog
    Google Technical Paper (PDF)