Schlagwort: Siemens

  • FBI und NSA warnt: Hacker greifen Siemens Steuerungen mit KI an

    Ein Siemens Gerät

    GPT-Images-2.0

    Kurzfassung

    Quellen

    Fünf US-Sicherheitsbehörden warnen vor einer akuten Angriffswelle auf S7-Steuerungen von Siemens.
    Die Hacker nutzen KI-generierte Skripte, um sich unbemerkt als normale Monitoring-Software zu tarnen.
    Das Ziel ist offenbar die Vorbereitung groß angelegter Sabotageakte in kritischen Industrien.
    Betreiber sollen ihre Anlagen sofort mit Updates absichern und strikt vom Internet trennen.

    CISA: Defending Against an Active Threat to Siemens S7 Series PLCs

    Gleich fünf US-Behörden, darunter CISA, NSA und FBI, haben am Mittwoch eine gemeinsame Warnung veröffentlicht. Im Visier der Angreifer stehen speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) der S7-Familie von Siemens. Sie kommen weltweit in Fabriken, Wasserwerken, Chemiewerken und bei Energieversorgern zum Einsatz. Angriff per Internet Die Angreifer suchen über das Internet nach schlecht abgesicherten SPS. Sobald sie diese finden, dringen sie mithilfe KI-generierter Skripte in die Steuerungen ein. Diese basieren auf der frei zugänglichen Automatisierungsbibliothek »snap7.dll« und ermöglichen Lese- sowie Schreibzugriff auf den Speicher und die Konfiguration der Geräte. Laut den Behörden tarnen sich die Skripte als gewöhnliche Monitoring-Tools zur Anlagenüberwachung. Künstliche Intelligenz senkt hier die Einstiegshürde für Industrie-Hacks. Die Angreifer sparen Entwicklungszeit und benötigen weniger technisches Vorwissen, um Schwachstellen auszunutzen. Anzeige Ausspähen für künftige Sabotage Bislang werten die Angreifer die Anlagen offenbar primär aus. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass diese Aufklärung der Vorbereitung dient, um später physische Schäden anzurichten oder Prozesse zu stören. Gelingt ein Angriff auf die Steuerungen, drohen Produktionsausfälle, beschädigte Maschinen oder manipulierte Sicherheitssysteme. Betroffen sind sämtliche Modelle der S7-Serie, von der älteren S7-200 bis zur aktuellen S7-1500. Was Anlagenbetreiber jetzt tun müssen Um die Steuerungen abzusichern, empfehlen die Behörden dringende Updates. Betreiber sollen aktuelle Sicherheits-Patches für die Firmware sowie für die Programmierumgebungen TIA Portal und STEP 7 einspielen. Noch wichtiger ist die physische oder virtuelle Netzwerktrennung. Die Siemens-Steuerungen dürfen nicht direkt über das Internet erreichbar sein. Unternehmen sollen ihre Firewalls anpassen und den TCP-Port 102 blockieren. Über diesen kommuniziert das S7comm-Protokoll der Steuerungen. Betreiber müssen zudem prüfen, ob starke Passwörter gesetzt sind und externe Dienstleister nur über sichere Verbindungen zugreifen. Wer weitere Unterstützung bei der Konfiguration benötigt, kann sich direkt an das ProductCERT von Siemens wenden.

  • Siemens-CEO Busch plant die vollautomatische Fabrik gegen den Arbeitskräftemangel

    Siemens CEO in einem Interview

    Nano Banana

    Kurzfassung

    Quellen

    Siemens-CEO Roland Busch sieht die Vollautomatisierung als einzig logische Antwort auf den globalen Arbeitskräftemangel. Standard-KI-Modelle reichen für die Industrie nicht aus, weshalb Siemens auf proprietäre Daten und fotorealistisches Training setzt. Um geopolitischen Spannungen zu begegnen, entkoppelt Siemens seine Technologie-Stacks und nutzt lokale KI-Lösungen. Der Konzern baut seine internen Strukturen radikal um, um Datensilos aufzubrechen und KI horizontal zu skalieren.

    The Verge / Decoder: Siemens CEO Roland Busch’s mission

    Siemens Press: Technologies to accelerate industrial AI revolution

    CES/CTA Press Release: Siemens Unveils Industrial Tech

    Reuters Video: Industrial AI revolution already underway

    YouTube: The Industrial AI Revolution Keynote at CES 2026

    Roland Busch sieht in der Vollautomatisierung den einzigen Weg für die Industrie, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Siemens-Chef erklärt im Interview mit theverge, warum Standard-KI in der Fabrik versagt und wie digitale Zwillinge den drohenden Kollaps durch fehlendes Personal verhindern. Demografie erzwingt den Wandel Die Debatte um künstliche Intelligenz dreht sich oft um die Angst vor Jobverlusten. Roland Busch hält dagegen: Die Demografie lässt den Industrienationen gar keine andere Wahl. Alternde Gesellschaften in Deutschland und China führen dazu, dass schlichtweg das Personal fehlt, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Vollautomatisierte Fabriken sind deshalb keine Gefahr, sondern eine Notwendigkeit. Nur durch massiven Technologieeinsatz lässt sich der Output stabilisieren. Der Mensch verschwindet nicht aus der Halle, übernimmt aber zunehmend steuernde Aufgaben, statt selbst Hand anzulegen.

    Industriedaten schlagen Standard-Modelle Herkömmliche Sprachmodelle (LLMs) genügen den harten Anforderungen einer Fertigungslinie nicht. Halluzinationen oder Ungenauigkeiten führen im industriellen Umfeld zu teuren Fehlern oder Sicherheitsrisiken. Siemens setzt daher auf spezialisierte Modelle, die mit jahrzehntelangen proprietären Maschinendaten trainiert werden. Ein Beispiel zeigt die Grenzen reiner Simulation: Das Training von Robotern in einfachen virtuellen Umgebungen lieferte oft nur Trefferquoten von etwa 70 Prozent. Erst durch den Einsatz von fotorealistischem Raytracing und physikalisch korrekten digitalen Zwillingen stieg die Präzision auf das notwendige Niveau. Die KI muss die Realität optisch perfekt verstehen, bevor sie physisch eingreift. Anzeige Lokale Technik für eine geteilte Welt Geopolitische Spannungen und Zölle verändern die Lieferketten fundamental. Siemens reagiert darauf mit einer strikten „Local for Local“-Strategie. Fabriken produzieren dort, wo der Markt ist, um unabhängig von Handelsbarrieren zu bleiben. Das betrifft auch die Software. Technologie-Stacks werden notfalls getrennt: In China laufen Systeme auf chinesischen KI-Modellen, im Westen nutzen die Anlagen amerikanische KI-Modelle. Diese technische Entkopplung sichert die Handlungsfähigkeit des Konzerns, selbst wenn politische Bündnisse bröckeln sollten. Radikaler Umbau der Konzernstruktur Um diese technologische Wende zu stemmen, bricht Siemens interne Strukturen auf. Die Initiative „One Tech Company“ beseitigt Datensilos zwischen den Abteilungen. KI und Software halten sich nicht an die Grenzen von Zugverkehr, Gebäudeinfrastruktur oder Fabrikautomation. Der Konzern schafft horizontale Plattformen, die allen Geschäftsbereichen zur Verfügung stehen. Dies gilt als die tiefgreifendste Transformation der letzten zwei Jahrzehnte bei Siemens. Ziel ist es, Skaleneffekte bei der Softwareentwicklung zu nutzen und Kunden eine durchgängige Architektur anzubieten.